Schlaganfall 

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Was ist ein Schlaganfall?
Der Schlaganfall ist Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung von Teilen des Gehirns.

Ursachen:
a) Ein zum Hirn führendes Blutgefäß ist verstopft; es kommt zu einer Mangeldurchblutung.
b) Durch den Riss eines Blutgefäßes kommt es zu einer Blutung.

Welche Symptome deuten auf einen Schlaganfall hin?
Sprach- und Sprechstörungen
- Gesprochenes wird nicht verstanden,
- Silben werden verdreht,
- falsche Buchstaben verwendet.

Sehstörungen
- mit plötzlicher Erblindung eines Auges oder Einschränkung des Gesichtsfeldes,
- Sehen von Doppelbildern auf beiden Augen.

Halbseitige Lähmungserscheinungen
Taubheitsgefühl auf einer Körperseite (vollständig oder teilweise).
Herabhängende Mundwinkel

Die Symptome können Minuten, Stunden, sogar bis zu einem Tag anhalten. Sie beginnen plötzlich und können wieder abklingen.

Wer ist gefährdet?
Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, welche das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.
- Herzrhythmusstörungen( Vorhofflimmern)
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Fettstoffwechselstörung
- Alter
- Alkoholmissbrauch
- Rauchen
- Mangelnde Bewegung
- Familiäre Vorbelastung
- Fehlernährung bei Übergewicht

Was ist im Ernstfall zu tun?
Rufen Sie den Notarzt (Telefon: 112) und teilen Sie Ihren Verdacht "Schlaganfall" bereits am Telefon mit.

Wichtig: Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Keine Angst vor „falschem Alarm“. Alarmieren Sie den Rettungsdienst lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
- Lockern Sie beengende Kleidung.
- Entfernen Sie Zahnprothesen.
- Achten Sie auf den Bewusstseinszustand und die Atmung des Betroffenen (gegebenenfalls stabile Seitenlagerung, Atemspende oder
Herzmassage bei Kreislaufstillstand).
- Halten Sie möglichst genau den Zeitpunkt des Beginns der ersten Krankheitszeichen fest.

Warum ist schnelles Handeln beim Schlaganfall wichtig?Bis vor kurzem gab es keine ursächliche Therapie des Schlaganfalls. Bei den therapeutischen Maßnahmen standen vor allem Rehabilitationsmaßnahmen im Vordergrund.Heute ist das anders: Es gibt neue Therapiemöglichkeiten, mit denen wirklich geholfen werden kann. Eine dieser neuen Therapieformen ist die Thrombolyse (Auflösung des Blutgerinnsels, das eine Arterie verschließt), die beim Hirninfarkt eingesetzt werden kann. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Patient so früh wie möglich und innerhalb der ersten 3 Stunden nach Beginn des Schlaganfalls in der Klinik eintrifft.


Schilddrüse  

Wo liegt die Schilddrüse?
Die Schilddrüse ist ein kleines Organ unterhalb des Kehlkopfes. Sie besteht aus zwei Seitenlappen, die durch einen Mittellappen verbunden sind. Die Seitenlappen liegen eng an der Luftröhre an und schließen an den Schildknorpel an. Bei einer gesunden Schilddrüse ist jeder der beiden Seitenlappen nicht größer als das Daumen-Endglied des jeweiligen Menschen.

Funktion der Schilddrüse
In der Schilddrüse werden zwei lebenswichtige Hormone gebildet, das Trijodthyronin (T3) und das Tetrajodthyronin (T4). Sie regulieren die Kreislauf- und Stoffwechselaktivitäten des Menschen. Von diesen zwei Botenstoffen sind z.B. der Sauerstoff- und Energieverbrauch, sowohl die Körperwärme als auch der Mineral- und Wasserhaushalt abhängig.
Dadurch werden viele Funktionen im Körper gelenkt: der gesamte Stoffwechsel, das Herz und der Kreislauf, Magen, Darm, Muskeln und Nerven. Die Hormone T3 und T4 wirken aber auch auf die Persönlichkeit des Menschen, sein seelisches Wohlbefinden, seine Sexualität und Fruchtbarkeit und das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln ein. Bei Kindern, vom ungeborenen Kind (Fötus) bis zu Kindern im jugendlichen Alter, ist die Schilddrüse darüber hinaus das Steuerungsorgan für die gesamte körperliche und geistige Entwicklung.

Die Steuerung der Hormonausschüttung in der Schilddrüse wird jedoch vom Gehirn übernommen. Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) sowie der Hypothalamus sind hierfür verantwortlich. Bei diesem Vorgang erfasst die Hypophyse die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut. Sind zu wenig Hormone im Blut, schüttet sie das sogenannte TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) aus, welches seinerseits die Hormonproduktion und -ausschüttung in der Schilddrüse aktiviert. Die Hypophyse wird dabei noch durch das Hormon TRH (Thyreotropim-Releasing Hormon) aus dem Hypothalamus überwacht.
Bei einer Blutuntersuchung misst der Arzt den Wert des TSH. Ist der Wert hoch, deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin, ist er niedrig auf eine Schilddrüsenüberfunktion.

Normale Schilddrüsenwerte bei Erwachsenen:
Hormon Normbereich
TSH 0,3-3,5 mU/l
freies T4 (fT4) 0,8-1,8 ng/dl
freies T3 (fT3) 3,5-8,0 ng/l

Jod: lebenswichtiges Spurenelement
Im Zusammenhang mit der Schilddrüse spielt das lebensnotwendige Spurenelement Jod eine große Rolle. Es ist dafür verantwortlich, dass die Schilddrüse überhaupt arbeiten kann. Deshalb sollte man täglich etwa 200 µg Jod zu sich nehmen. Während einer Schwangerschaft und der Stillzeit steigt der Jodbedarf, denn auch das kleine Kind muss mit ausreichend Jod versorgt werden. Wird die Schilddrüse nur unzureichend mit Jod versorgt, vergrößert sie sich, um den Mangel auszugleichen. Sie dehnt sich aus um so viel (nicht vorhandenes) Jod wie möglich aufzunehmen. Die vergrößerte Schilddrüse nennt man auch Kropf (Struma) und kann, wie weiter unter erläutert wird, Folgen haben. Zudem können sich in der Schilddrüse „heiße“ oder „kalte“ Knoten bilden. Mit einer ausreichenden Jodzufuhr kann jedoch Erkrankungen der Schilddrüse vorgebeugt werden. Jod ist vor allem in Seefisch, Milch und Milchprodukten, Salz (spezielles Jodsalz) und in konzentrierten Tabletten zu finden. Die Tabletten sollten jedoch bei bestimmten Erkrankungen (Morbus-Basedow, Hashimoto-Entzündung als Autoimmunerkrankung) nicht angewendet werden.

Durch den Jodmangel können unterschiedliche Erkrankungen entstehen. Es kann eine äußerliche Veränderung stattfinden, d.h. das Schilddrüsengewebe verändert sich dahingehend, als dass ein Teil des Gewebes sich verdickt. Die Schilddrüse vergrößert sich, es entsteht ein Kropf. Der Kropf liegt direkt vor der Luftröhre und unterhalb des Kehlkopfes. Ein Kropf kann jedoch auch vorliegen, wenn äußerlich noch nichts zu sehen ist. Ein Druck- und Engegefühl im Hals kann erstes Anzeichen dafür sein. Deswegen ist eine regelmäßige Tastuntersuchung des Halses wichtig, da ein Kropf nur durch Tasten und nicht durch eine eventuelle Blutuntersuchung entdeckt werden kann.

„Heiße“ und „kalte“ Knoten
Zudem können Knoten in der Schilddrüse entstehen. Hier unterscheidet man zwischen „heißen“, stoffwechselneutralen und „kalten“ Knoten, wobei die „heißen“ oder „warmen“ Knoten Jod verstärkt aufnehmen können, dadurch unkontrolliert Hormone bilden und ausschütten. Langfristig entsteht eine Schilddrüsenüberfunktion. Diese beiden selbstständigen Arten von Knoten können nun nicht mehr von der Hirnanhangdrüse gesteuert werden, es handelt sich bei ihnen jedoch um gutartige Veränderungen. Um die Knoten zu erkennen wird die Szintigrafie angewandt, bei welcher schwach radioaktive Substanzen dem Patienten gespritzt werden. Diese Substanzen machen das angereicherte Jod mit Hilfe einer speziellen Kamera sichtbar. Das Jod erscheint auf dem Bildschirm als gelbe oder rote Markierung, weshalb die Knoten „warme“ oder „heiße“ Knoten genannt werden.

„Kalte“ Knoten sind hingegen inaktiv, das bedeutet, dass sie kein Jod aufnehmen. In der Regel sind die „kalten“ Knoten Gewebeanteile, die keine Schilddrüsenhormone mehr produzieren können. Hierbei handelt es sich um Narbengewebe, welches auch kleine Verkalkungen sowie gutartige Tumore enthalten kann.
„Kalte“ Knoten speichern im Gegensatz zu den „warmen“ Knoten die radioaktive Testsubstanz nicht, weshalb sie auf einem Bild als grüne oder blaue Markierungen auftreten. Nur in 8-10% der Fälle können sich aus „kalten“ Knoten bösartige Tumore bilden.

Zudem können Ultraschalluntersuchungen und Blutuntersuchungen im Labor Aufschluss über Größe, Form und genaue Lage der Knoten in der Schilddrüse geben.
Bei der Feinnadelpunktion hingegen werden mit Hilfe von Nadeln direkt Gewebsproben aus der Schilddrüse entnommen, die in einem Labor analysiert werden.

Autoimmunerkrankungen
Bei der Autoimmunerkrankung der Schilddrüse richtet der Körper durch eine Fehlprogrammierung seine Abwehrstoffe gegen sich selbst. Dabei entzündet sie sich, es entsteht z.B. die Basedowsche Krankheit oder die Hashimoto-Thyreoiditis. Beide Erkrankungen können mit Hilfe einer Messung der Schilddrüsen-Antikörper im Blut nachgewiesen werden.
Die Basedowsche Krankheit geht mit einer Schilddrüsenüberfunktion einher, wohingegen die Hashimoto-Erkrankung eine Schilddrüsenunterfunktion aufweist.

Schilddrüsenüberfunktion
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden zu viele Schilddrüsenhormone ausgeschüttet, welche den Körper unnötigerweise auf Hochtouren bringt. Anzeichen hierfür sind verstärktes Schwitzen, Herzklopfen, Nervösität, Schlafstörungen, Durst und Gewichtsabnahme. Da vor allem das Herz und der Kreislauf betroffen sind, können sich langfristig Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern sowie ein Herzschwäche entwickeln.
Eine besondere Form der Schilddrüsenüberfunktion ist die Morbus Basedow-Erkrankung. Der Körper produziert Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe. Typische Symptome für diese Krankheut sind hervortretende Augäpfel, weil sich das dahinter befindliche Fettgewebe vergrößert.
Behandeln kann man die Überfunktion nur mit Medikamenten, welche die Schilddrüse blocken.
Bei der Basedowschen Krankheit wird das Medikament über eine Dauer von meist einem Jahr verabreicht. Im Einzelfall kann eine Behandlung aber auch über einen kürzeren oder längeren Zeitraum durchgeführt werden, z.B. wenn sich eine Spontanheilung eintritt oder die Heilung noch nicht erfolgt ist. In besonderen Fällen muss das Schilddrüsengewebe jedoch operativ entfernt werden. Nach erfolgreicher Behandlung läuft in beiden Fällen der Stoffwechsel wieder normal.

Eine weitere Therapie zur Einschränkung der Schilddrüse bzw. zur Reduktion ihres Volumens kann die Radiojodtherapie sein. Radiojod ist eine radioaktive Form von Jod, welches beim Zerfall in der Schilddrüse radioaktive Strahlungen aussendet. Die radioaktiven Strahlen sind aber so schwach, dass sie nur an ihrem Bestimmungsort, in diesem Fall der Schilddrüse, wirken. Die Strahlung zerstört die umliegenden überaktiven Schilddüsenzellen, womit die Überproduktion der Hormone gestoppt wird.

Schilddrüsenunterfunktion
Bei der Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenig Hormone gebildet und ausgeschüttet, es entsteht eine Verlangsamung der Körperfunktionen. Die Folge hiervon ist eine entzündliche Reaktion der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis). Die Betroffenen können sich schlecht konzentrieren, frieren oft sehr leicht und weisen Wassereinlagerungen an unterschiedlichen Stellen des Körpers auf.
Selbst wenn nur eine leichte Unterfunktion der Schilddrüse besteht, kann dies langfristige Folgen haben: die Blutfettwerte steigen an und das Risiko von Gefäßablagerungen (Arteriosklerose) erhöht sich. Im schlimmsten Fall hat das einen Herzinfarkt zur Folge.
Behandelt wird die Unterfunktion wiederum mit Medikamenten, welche das nicht mehr produzierte körpereigene Hormon Thyroxin ersetzt. Bis auf wenige Ausnahmen muss die Einnahme ohne Unterbrechung ein Leben lang erfolgen.

Genetische Veranlagung oder Jodmangel?
Schilddrüsenerkrankungen sind teilweise vererbbar z.B. kann die genetische Veranlagung für die Hashimoto-Thyreoiditis oder den Morbus Basedow vererbt werden. Die Krankheit bricht dann aber nur in Verbindung mit anderen Faktoren (Umwelteinflüsse und Stress) aus. Damit bestehende Erkrankungen der Schilddrüse beim Säugling zeitnah behandelt werden können, gibt es in Deutschland die Vorschrift, dass jedes Neugeborene am 3. Tag nach der Entbindung auf eine Schilddrüsenfehlfunktion untersucht wird. Bei diesem Test wird die TSH-Konzentration im Blut gemessen. Fehlfunktionen werden dadurch frühzeitig erkannt und können sofort behandelt werden.

Sämtlichen Erkrankungen kann man allerdings durch eine ausreichende Versorgung mit Jod vorbeugen.


Übergewicht  

Das Thema Übergewicht hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. In diesem Beitrag soll es um die Beantwortung folgender Fragen gehen:Was ist Übergewicht?Wie stelle ich fest, ob ich übergewichtig bin?

Wie entsteht Übergewicht?

Welche Erkrankungen werden durch Übergewicht begünstigt?

Was ist Übergewicht?
Bei Übergewicht müssen verschiedene Faktoren betrachtet werden, nur die Gewichtsangabe alleine hat keine große Aussagekraft. Das Körpergewicht muss immer zusammen mit der Körpergröße (BMI), dem Körperfettanteil, dem Wasseranteil im Körper sowie der Körperfettverteilung betrachtet werden.

Der Body-Mass-Index (BMI)
Der BMI hilft bei der Beurteilung und Bewertung des Körpergewichts.

Die Formel zur Berechnung des Body-Mass- Index lautet:

BMI= Körpergewicht (kg) / Körpergröße (cm) * Körpergröße (cm);

Der Body-Mass-Index hat als Nachteil:
- die Körperzusammensetzung (Verhältnis Wasser, Muskeln und Körperfett) wird nicht berücksichtigt
Die Vorteile sind:
- er berücksichtigt alle Körpergrößen
- bei älteren Menschen werden höhere BMI-Werte als bei jüngeren Menschen angesetzt BMI Tabelle
- Es gibt für Frauen und Männer unterschiedliche Richtwerte

Der Körperfettanteil
Die Verteilung des Körperfetts sowie dessen Anteil sind wichtig für die richtige Deutung des Body-Mass-Index. Ein Sportler zum Beispiel weist durch mehr Muskelmasse (Muskeln sind schwerer als Fett) einen höheren Body-Mass-Index auf, als ein schlanker Stubenhocker (Couchpotato), dessen BMI im normal Bereich liegt, aber einen hohen Fettanteil besitzt.

Zur Messung des Körperfettanteils wird das Bio-Impedanzverfahren benutzt. Diese funktioniert durch die unterschiedliche Leitfähigkeit der einzelnen Gewebearten des menschlichen Körpers. Es werden kleine Strommengen durch den Körper geschickt, welche die Leitfähigkeit messen. Bei höherem Fettgehalt wird ein größerer Widerstand gemessen.

Der Wasserhaushalt
Der Wasserhaushalt schwankt im Körper und kann so das Gewicht beeinflussen.
Zu den Schwankungen kann es kommen bei:
- hormonelle Schwankungen
- heißes Wetter zu wenig bzw. zu viel Aufnahme von Getränken
- starkem Schwitzen
- Alkoholkonsum
- Krankheiten (z.B. Erbrechen oder Durchfall).

Die Körperfettverteilung
Bei der Körperfettverteilung geht man davon aus, dass das Fett, welches sich am Bauch befindet, das ungesundeste ist.

Liegt der Bauchumfang bei einer Frau über 88 cm und bei Männern 102 cm sollte man dringend abnehmen, denn Körperfett, welches sich im Bauch (Herz nah) ablagert, birgt hohe gesundheitliche Risiken wie:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Orthopädische Erkrankungen
- eine Erhöhung des Cholesterinspiegels

Entstehung von Übergewicht
Übergewicht entsteht, wenn langfristig mehr Nahrung aufgenommen wird als der Körper durch Aktivitäten verbrauchen kann.
Es gibt noch einige andere Ursachen für die Entstehung von Übergewicht, und zwar Veranlagung, Störungen im Essverhalten, psychologische Aspekte, mangelnde Bewegung, Medikamente, hormonelle Umstellung und Grunderkrankungen.

Veranlagung
Sind in einer Familie mehrere Menschen übergewichtig, kann dies vererbt worden sein. Jeder Mensch verbrennt in völliger Ruhe eine bestimmte Anzahl von Kalorien, auch Grundumsatz genannt. Dieser Grundumsatz scheint genetisch festgelegt zu sein und entscheidet, wie viel Kalorien wir im Ruhezustand verbrauchen. Durch Muskelaufbau kann der Grundumsatz erhöht werden.

Störungen im Essverhalten
Schnelles essen führt dazu, dass mehr gegessen wird, weil sich das Sättigungsgefühl erst später einstellt. Bei jeder Mahlzeit dehnt sich der Magen und sendet Signale in Form von Hormonen und Nervenreizen an das Gehirn. Durch zu schnelles essen wird dieser Mechanismus gestört und das Sättigungsgefühl stellt sich zu spät ein. Resultat: man isst mehr als nötig

Psychologische Aspekte
Verschiedene Seelische Einflüsse können Eßstörungen bewirken, wie Stress, Kummer, Ängste, Langeweile, Frustration und mangelndes Selbstbewusstsein, können zu Eßattacken führen.

Mangelnde Bewegung
Aufgrund von Bequemlichkeit und Zeitmangel kommt die Bewegung im Alltag oft zu kurz. Für kurze Strecken wird das Auto genutzt und warum Treppensteigen, wenn es einen Aufzug gibt. Es muss nicht immer Sport dreimal die Woche sein, schon kleine Veränderungen im Alltag können einiges bewirken und der Körper verbraucht mehr Energie. Energieverbrauch

Medikamente
Viele Medikamente und Hormonpräparate, wie z.B. die Antibabypille, Antidepressiva, Insulin und Cortisonpräparate können den Appetit steigern und/ oder fördern Wassereinlagerungen im Körper, dadurch wird die Entstehung von Übergewicht begünstigt.

Erkrankungen
Verschiedene Erkrankungen wie z.B. Diabetes, Tumore der Nebenniere oder eine Schilddrüsenunterfunktion können zu Übergewicht führen.

Folgeerkrankungen durch Übergewicht
Die gesundheitlichen Folgen aufgrund von Übergewicht sind vielfältig und betreffen fast jedes Organ im Körper, denn jedes Kilo zu viel muss der Körper mit sich herum tragen und mit Nährstoffen versorgen, dadurch wird der gesamte Organismus belastet. Die häufigsten Folgeerkrankungen durch Übergewicht sind:

Bluthochdruck:
Durch Übergewicht muss das Herz mehr Blut in den Körper pumpen, um alle Organe ausreichend mit Blut zu versorgen, was die Entstehung von Bluthochdruck zur Folge hat. Durch Bluthochdruck werden die Risiken an Angina Pectoris zu erkranken, einen Herzinfarkt zu erleiden oder eine chronische Herzinsuffizienz zu bekommen, verstärkt.

Diabetes mellitus Typ 2:
Diabetes ist ein Typ der Zuckerkrankheit, die durch Übergewicht begünstigt wird. Bei Diabetes mellitus Typ 2 bildet der Körper nicht mehr genügend Insulin und seine Wirkung verringert sich.

Metabolische Syndrom:
Die Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 nennt man auch Metabolisches Syndrom.

Fettstoffwechselstörungen:
Diese entstehen durch eine Erhöhung des gefährlichen LDL-Cholesterins und der Triglyceride, welche das Herz-Kreislaufsystem stark beanspruchen. Außerdem wird die Entstehung von Leberverfettung, Gicht und Gallensteine begünstigt.

Chronischer Sauerstoffmangel:
Die Lunge muss durch das Übergewicht mehr arbeiten, um den erhöhten Sauerstoffbedarf decken zu können. Oft reicht die Lungenkapazität nicht aus, so dass sich ein chronischer Sauerstoffmangel entwickelt. Dadurch kommt es häufig zu einer Störung der Atmung während des Schlafes. Die Symptome äußern sich dadurch, dass man tagsüber schläfrig ist, nachts durch lautes Schnarchen sowie einen ruhelosen Schlaf. Meistens gehen die Beschwerden durch eine Gewichtsreduktion vollständig zurück.

Gelenkabnutzung:
Übergewicht führt zu einer Überlastung der Gelenke, besonders im unteren Wirbelsäulenbereich, in den Hüft-, Knie- und Sprunggelenken. Der Verschleiß der Gelenke wird beschleunigt und in folge dessen kommt es zu chronischen Gelenkschmerzen, denen nur durch die dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln oder einer Operation entgegengewirkt werden kann.

Arteriosklerose:
Arterienverkalkung durch zu fettreiche Ernährung.

BMI Tabelle Frauen

Einteilung des BMI  Gewichtsklassen 
<19  Untergewicht 
20 - 24  Normalgewicht 
24 - 29  Übergewicht 
29 - 34  Adipositas Grad 1 
34 - 39  Adipositas Grad 2 
>39  Adipositas Grad 3 

BMI Tabelle Männer

Einteilung des BMI  Gewichtsklassen 
<20  Untergewicht 
21 - 25  Normalgewicht 
25 - 30  Übergewicht 
31 - 35  Adipositas Grad 1 
36 - 40  Adipositas Grad 2 
>40  Adipositas Grad 3 

Energieverbrauch im Alltag

Tätigkeit  Verbrauch pro Stunde in kcal  
Sitzen  26 
Stehen  44 
Geschirr spülen  152  
Bügeln  182 
Unkraut jäten  266 
Schnee schaufeln  500 
Auto waschen  250 
Staubsaugen   170 
Treppen steigen  320 
Betten beziehen  140 

Energieverbrauch beim Sport

Tätigkeit  Verbrauch pro Stunde in kcal  
Gehen (5km/h)  188 
Radfahren (10km/h)  168 
Jogging (9km/h)  600 
Schwimmen (Brustschwimmen 50m/min)  182 
Unkraut jäten  680 
Inline Skaten (>30 km/h)   800 
Fußball spielen   400 
Tanzen  408 
Badminton  410 
Bergwandern  512  
Tennis  460 


Psychosoymatische Störungen  

Unter einer psychosomatischen Störung versteht man psychische Probleme wie chronischer Stress, berufliche Überforderung oder auch private Konflikte. Die sich in organischen Erkrankungen ausdrücken.

Heute leiden mindestens 25% der deutschen Erwachsenen einmal oder dauerhaft an psychischen oder psychisch mitbedingten Beschwerden. Hier sind z.B. Angstzustände, depressive Verstimmungen und psychosomatische Erkrankungen zu nennen. Die psychosomatischen Erkrankungen nehmen immer mehr zu. Die Erklärung ist in den häufigen Stressreizen unserer Zeit zu finden.

Der Begriff Psychosomatik ist abgeleitet vom griechischen, die Psyche (Seele) und Soma (Körper). Darunter versteht man die Lehre von den Zusammenhängen und der gegenseitigen Beeinflussung von Seele und Körper. Körper und Geist sind bei diesem Krankheitsbild sehr eng miteinander verbunden. Ein Merkmal eines psychosomatisch Erkrankten ist seine Unfähigkeit, die erlebten Gefühle hinreichend wahrzunehmen, zu beschreiben und auszudrücken. Durch Störungen ihrer Emotionalität können die betroffenen Personen überwiegend nur körperliche Missempfindungen äußern. In Gesprächen mit den Betroffenen sowie in Therapien wird deshalb nur die Somatik, also die körperlichen Beschwerden von den Betroffenen beschrieben. Der Patient findet weder durch seine Wahrnehmung, noch durch Gespräche oder eine Therapie Zugang zu seinen Emotionen und schildert vorrangig körperliche Symptome. Außerdem werden körpereigene Vorgänge und Reize weitaus intensiver wahrgenommen, als das bei einem gesunden Menschen der Fall ist. Typisch sind auch Panikattacken mit Herzrasen ohne jeglichen Grund. Der Arzt oder auch ein Vertrauter des Patienten können also nur helfen, wenn Sie dem Betroffenen aktiv zuhören. Sie müssen auf kleine sprachliche Details achten, umso eine Bedeutung herausfinden zu können, was hinter der körperlichen Erkrankung stecken kann. So erhält der Arzt allmählich Zugang zu dem Patienten. Die am häufigsten auftretenden Krankheiten sind die so genannten nervösen Störungen z.B.:
- Nervöse Herz- oder Magenbeschwerden
- Schlafstörungen
- Schmerzsyndrome
- aber auch allgemeines körperliches Unwohlsein, Müdigkeit sowie Zerschlagenheit.

Die klassischen psychosomatischen Krankheiten treten dagegen seltener auf.
Dazu zählen z.B.:
- Asthma
- Übergewicht-
- chronische Magengeschwüre
- Darmentzündungen
- Hautexzeme
- einige rheumatische Gelenkserkrankungen.

Auch andere gesundheitliche Beeinträchtigungen können durch psychische Faktoren entstehen. Obwohl keine genetische Erkrankung vorliegt, ist eine medizinische Behandlung hier ebenso wichtig und notwendig, da es sich hierbei keinesfalls wie oft angenommen um eine eingebildete Krankheit handelt.
Eine Hauptursache für seelische Belastungen sind Konflikte. Sie bilden meist den Auslöser für die Erkrankung und bestimmen ihren weiteren Verlauf.
In den meisten Fällen sind sich die betroffenen Personen des weitreichenden und tiefgehenden Ausmaßes gar nicht bewusst und flüchten sich oft in eine Art Verdrängungstaktik. Diese verdrängten Konflikte können aber die körperlichen Funktionen sowie das Wohlbefinden beeinträchtigen und die Entstehung von Entzündungen oder auch andere krankhafte Prozesse begünstigen.
Ein sozialer Krankheitsfaktor der am häufigsten auftritt ist Stress.
Er wird vor allem ausgelöst durch:
- berufliche Belastung,
- familiäre Sorgen,
- aber auch soziale Unsicherheit

Um psychosomatisch erkrankten Menschen helfen zu können, wird zuerst die Vorgeschichte sowie die Beschwerdesymptomatik des Patienten ausführlich erarbeitet. Für den Patienten ist es sehr wichtig, als Gesamtpersönlichkeit wahrgenommen zu werden. Er braucht Beachtung und keinesfalls das Gefühl, nur als “Fall“ behandelt zu werden. Bei den Untersuchungen wird dementsprechend das Hauptaugenmerk auf die Gespräche gelegt und gelegentlich durch psychologische Tests und Fragebögen ergänzt.
Der Betroffene sollte in diesen vertrauensvollen Gesprächen seine Lebensgeschichte erkennen und darstellen können.
Desweiteren muss eine exakte organische Funktionsdiagnostik erstellt und der Patient sollte tief greifend psychologisch von dem behandelnden Arzt untersucht werden. Erst nach diesen Voruntersuchungen werden mit dem Patienten zusammen die verschiedenen Möglichkeiten eines Therapieverfahrens abgewogen.
Therapeutische Verfahren können z.B.:
- ein therapeutisches Gespräch,
- Tiefenpsychologie,
- eine Psychoanalyse,
- die Verhaltenstherapie,
- eine konfliktbearbeitende Psychotherapie,
- oder Kurzzeit- und Langzeittherapie sein.
Diese Therapieformen können zusätzlich durch autogenes Training, funktionelle Entspannung und Familientherapie unterstützt werden.

Mit Genehmigung von Dr. Heidenreich und Knabe